Ein besonderer Film.
Hauptdarstelller sind Landschaft und Stille, das Meer und die Zeit. Langsamkeit, Kargheit, Leben und Tod.
Nebendarsteller sind Tiere und Menschen, die sich demütig dem Diktat der Natur unterordnen und hier trotzig ihr Leben leben.
Man braucht eine ganze Weile, bis man sich sicher ist, dass es kein Schwarz-Weiß-Film ist. Eigentlich ist es ein Grau-Film. Auch wenn manchmal die sinkende Sonne rot über dem Watt steht, das Gras grün in der Ferne schimmert, letztlich hat Grau hier das Sagen — Grau in allen Schattierungen.
Es gibt keinen Text — auch wenn manchmal Wörter zu hören sind. Sparsam und karg — wie die Landschaft.
Es gibt keine Musik — auch wenn manchmal die Orgel von Pellworm zu hören ist. Dunkel und tief — wie das Meer.
Der Film ist meditativ, bis an die Schmerzgrenze langsam, bis über die Schmerzgrenze ehrlich.
Er zeigt das Wattenmeer als Lebensraum für Pflanzen, Mensch und Tier. Wo Steinwälzer Steine umwälzen, Einsiedlerkrebse Krabben zerlegen und Menschen Schafe. Wo industriell Muscheln geerntet werden und Kampfbomber Krieg üben. Wo Forscher Würmer zählen und Kinder Quallen sammeln. Und wo der Postboote von Oland den Weihnachtsbaum mit seiner Draisine bringt.
Er zeigt die Unerbittlichkeit des Überlebenskampfes ebenso wie pure Lebensfreude. Die Gewalt des Wetters wie die Drolligkeit klitzekleiner Säbelschnäbler. Wie sich in all dem Schlamm und dem Schlick das Leben in seiner unbegreiflichen Schönheit entfaltet.
Einatmen — und Ausatmen. Und im Hintergrund brummt die Orgel von Pellworm dazu…