Angst (Klick ins Bild)
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Das Leben ist nicht nur unser größtes Abenteuer,
Es ist das einzige, das wir haben.
Manchmal haben wir das Glück, es mit geliebten Menschen zu teilen.
Manchmal haben wir das Gefühl, ganz allein zu sein.
Und bemerken nicht, dass Du da bist:
Meine Liebe.

Lauerst in der Dunkelheit
Schielst von unten
Beobachtest von hinten
Wartest darauf, dass ich stolpere
Um mich völlig zu verschlingen…​
Mein Schatz.

Manchmal kommst Du näher
Manchmal übernimmst Du die Kontrolle!
Meine Liebe.

Manchmal will ich, dass Du die Kontrolle übernimmst!
Manchmal möchte ich, dass Du verschwindest!
Mein Schatz.

Also - was bist Du?
Bist Du ein Freund?
Oder bist Du ein Feind?
Bin ich sicher?
Oder ersticke ich?
Hältst Du mich am Leben?
Oder hinderst Du mich am Leben?
Wir kennen uns seit Jahren
Meine liebe - Angst.
— Tom Vetterl
My Dear Fear (Übersetzung M.Weber)

1. Befragung zum Thema Angst

Interessenten erhalten die Möglichkeit, vorher zu folgenden Punkten Auskunft zu erteilen:

  1. Hast du beim Paddeln schon mal Angst verspürt? (Wenn nicht, bist du hier fertig :-) )

  2. Welchen höchsten Grad von "Angst" hast du dabei jemals erlebt?
    1 = Beunruhigung/Irritation/Verunsicherung,
    10 = totaler Kontrollverlust

  3. Wie hat sich das Gefühl geäußert?

  4. Wenn du magst, schildere die Situation skizzenhaft.

  5. Was hat dir in dieser Situation geholfen?

  6. Was hast du (oder jemand anders) unternommen, um mit der Situation umzugehen?

  7. Wie häufig erlebst du Angstsituationen beim Paddeln?

  8. Gibt es Situationen, von denen du weißt, dass sie regelmäßig das Gefühl von Angst in dir hervorrufen? Schildere kurz, was für Situationen das sind oder sein können.

  9. Wie gehst du mit diesem Wissen um?

2. Erlebte Angstsituationen

Dieses gesamte Kapitel wird nach Auswertung der Vorab-Befragung der Teilnehmer umgestaltet!

2.1. Eigene Angstsituationen

Ich möchte hier zwei Situationen schildern, die ich im Abstand von ca. 10 Jahren an fast exakt demselben Ort erlebt habe. Die dritte Situation hat nur sehr bedingt etwas mit Paddeln zu tun.

Aeroeskoebing

Überforderung mit den Bedingungen

Ich stand noch sehr am Anfang meiner Karriere, hatte gerade ein Boot gekauft, konnte nichts und wusste wenig. Ich bin bei ruhigem Wetter mit dem Boot raus gefahren, habe mich aber nur wenige hundert Meter vom Ufer entfernt.

Recht unvermittelt frischte der Wind auf — es waren eher drei, mit gutem Willen vier Beaufort. Das führte dazu, dass ich mich sehr schnell in zweierlei Hinsicht überfordert fühlte:

  1. Der Wind erzeugte an einem hinter mir (und damit außer Sicht) liegenden Flach Wellen, die für mich bedrohlich rauschten. Sie waren vermutlich nicht höher als 10 Zentimeter, aber für mich klangen sie bedrohlich und nicht beherrschbar.

  2. Die zweite Überforderung bestand darin, dass ich aufgrund des Windes mit meinem Boot nicht den Kurs fahren konnte, der mich zu meinem Ausgangspunkt zurückbringen würde. Ich bin dann in größter Anspannung den Kurs gefahren, den ich halten konnte, bis ich auf Land gestoßen bin und dann zu Fuß nach Hause gelatscht.

Gewitter — nach 60km paddeln!

Eigentlich war ich schon total groggy und langsam. Nach dem ersten Grollen zog das Gewitter rasend schnell auf mich zu. Die Entfernung zum Ufer betrug ca. zwei Kilometer (wie lange benötigt man dafür?). Ich war überrascht, wie schnell ich auf einmal paddeln konnte!

Die erste Situation zeigt sehr gut die "Relativität" von angsteinflößenden Umständen. Die Zweite, dass es auch absolut angsteinflößende Umstände gibt, gegen die keine Erfahrung oder Reifung Schutz bietet.

Angst vor der eigenen Courage

Die Idee, einen Abend über Angst zu gestalten, trage ich schon einige Jahre in mir. Bei dem Gedanken an die Umsetzung haben aber immer wieder Zweifel an mir genagt, ob ich meinem eigenen Anspruch oder auch nur dem Anspruch des Auditoriums gerecht werden könnte. Ich bin alles andere als ein Spezialist auf diesem Gebiet — und es laufen in unserem Verein Leute mit deutlich mehr Vorbildung dazu herum. Der Entschluss, es dann tatsächlich umzusetzen, hat einige Überwindung gekostet — die Ausarbeitung etliche Gefechte mit Wallungen und Einwänden aus dem Inneren. So stehe ich also heute hier vor euch alles andere als souverän und mit festem Stand — jederzeit bereit, notfalls durch das geschlossene Fenster zu springen, wenn es schief läuft!

2.2. Erlebte Angstsituationen bei Anderen

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Ich habe viel mit Einsteigern zu tun, die ich häufig in Situationen bringe, in denen ihre Vernunft komplett ausgeschaltet wird. Die erste Situation entsteht bei der Aufforderung für die Wiedereinstiegsübung zu kentern. Man kann dann förmlich dem Unterbewusstsein beim Arbeiten zusehen und hören, wie es sagt: "Das kann der nicht ernst meinen, dass ich mich hier jetzt in das kalte Wasser schmeißen und ich dann kopfüber im Boot unter Wasser hängen soll!". Das Stress- und Risiko-Vermeidungszentrum erzeugt einen solchen Druck, dass jeder erst diesen Widerstand überwinden muss, bevor er meiner Aufforderung nachkommt. Meist werden mir Kompromisse abgerungen, dass die Spritzdecke schon vorher geöffnet wird, oder man nicht mit dem Boot umkippt, sondern einfach aussteigt.

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Eine andere Situation, bei der das Unterbewusstsein häufig die Kontrolle übernimmt, ist in der Anfangsphase des Übens der Rolle. Vorher wird alles besprochen, alles ist klar, alles abgestimmt. Dann hängt man mit dem Kopf unter Wasser, das Großhirn wird augenblicklich abgeschaltet und aus dunklen Tiefen gebietet eine feste Stimme: "Du willst jetzt gefälligst schleunigst wieder an die Luft!". Selbst bei Leuten, die die Rolle eigentlich technisch beherrschen, tritt erstaunlich häufig genau dieser Reflex ein, wenn sie nicht im Schwimmbad die Rolle üben, sondern beim Paddeln in der freien Wildbahn eine Situation entsteht, die eine Rolle erfordert. Das ist auch mir schon passiert und wird mir garantiert auch in Zukunft noch passieren.

2.3. Angstsituationen von Teilnehmern

3. Gute Gründe, drüber zu reden

Auch dieses Kapitel sollte die Auswertung der Vorab-Befragung der Teilnehmer berücksichtigen!

Was hat Seekajak-Fahren mit Angst zu tun? Meines Erachtens eine ganze Menge! Mich beschäftigen dabei folgende Gedanken.

3.1. Prägendes Element unseres Sports

Ihr kennt vielleicht meinen häufig gebrachten Ausspruch, dass 80% der Herausforderungen beim Paddeln psychischer Natur sind.

Innerhalb dieser 80% spielt die Emotion Angst eine große Rolle. Angst ist m.E. ein prägendes Element unseres Sports, wenn man mehr als nur in der Schwimmhalle paddeln möchte. Deshalb ist das Thema es wert, sich ihm genauso zu widmen, wie unseren spezifischen Techniken wie dem Stützen oder der Rolle.

3.2. Hab nur ich Angst?

Kennt ihr das Gefühl, dass einem in einer Situation mindestens mulmig zumute ist, und es einem den Hals zuschnürt — alle anderen aber vollkommen entspannt aussehen?

Ich bin nun schon eine ganze Weile im Seekajak unterwegs — alleine und in Gruppen. Aus meiner Erfahrung kann ich behaupten, dass jeder, der im Seekajak unterwegs ist, dabei schon mal Angst gehabt hat. Dass es ihm oder ihr nicht geheuer war. Dass das nicht immer geäußert wird — dazu der nächste Punkt.

Um zu erkennen, dass nicht nur ich Angst habe, ist Austausch notwendig, man muss mit anderen darüber reden.

3.3. Stigmatisierung

Ein verbreitetes Phänomen unserer Zeit ist die Stigmatisierung von Angst. Angst wird als etwas absolut Negatives angesehen. Keiner gibt gern zu, Angst zu haben. Viele würden sich dafür schämen, die eigene Angst mitzuteilen und sich damit einem Urteil preiszugeben, weil die Angst bzw. die Funktion der Angst von den wenigsten verstanden wird. Daher ist Angsthaben kein sozial erwünschtes Verhaltensmuster. Oder anders gesagt: Feiglinge gelten als schwach. Angst zu haben, ist ein Tabu. Es ist ein Gefühl, das man mit allen Mitteln abzustellen versucht. Gelingt das nicht, wird die Angst zumindest kaschiert, so gut es eben geht. Das ist Unsinn. Dieses Image hat die Angst nicht verdient, sie wird zu Unrecht der Seite der Verlierer zugeordnet. Tatsächlich verhält es sich genau umgekehrt: ohne Angst kein Mut!

Ich glaube, allein die Tatsache, dass wir dieses Phänomen hier thematisieren und (hoffentlich) unvoreingenommen darüber reden, trägt dazu bei, der Stigmatisierung entgegen zu wirken und hilft, der Angst den ihr gebührenden Platz in unserem Leben einzuräumen.

3.4. Angst beschützt zwar, behindert aber auch

Das Prinzip Angst war im Laufe der Evolution für uns überlebenswichtig. Deshalb ist es ganz tief in unserem Körper und Gehirn eingebaut. Im Laufe der Zeit ist das "Limbische System" entstanden, das wesentlich der Verarbeitung von Emotionen dient. Es besteht aus mehreren im Gehirn verteilten Regionen mit der Amygdala (auch Mandelkern genannt) als zentralem Element.

Limbisches System

In ihr sind emotionale Reize abgespeichert, d.h. dort liegen Informationen, was bedrohlich und was ekelig ist, was wütend macht und was traurig. Diese Hirnregion ist damals eingebaut worden, um unser Überleben zu sichern: die Amygdala benutzt die Emotion Angst, um uns in Sicherheit zu halten oder zu bringen.

Wenn ich auf dem Steg stehe und ein hart geworfener Poloball vom Pfosten abprallt und auf mein Gesicht zufliegt, zucke ich blitzartig zusammen und ziehe den Kopf ein. Wenn ich über eine schwankende Hängebrücke spaziere, sträuben sich mir die Nackenhaare, ich kralle mich am Geländer fest und meine Augen fixieren den Boden. Wenn ich am Strand stehe, und die See ist voller weißer Schaumkronen, wird mein Mund trocken und meine Fußsohlen kribbeln.

Wenn hier im Raum eine Klapperschlange von der Decke fällt, wird bei uns allen blitzartig das Programm "Gefahr — Flucht!!!" ablaufen und wir notfalls durch das geschlossene Fenster springen.

Der Körper benutzt das Prinzip Angst, um uns zu beschützen. Mit dem Ziehen der Karte "Angst" — wachsen uns blitzartig Flügel! Da fliegt ein Ball auf mich zu, das ist gefährlich, ich duck mich blitzschnell und bin bereit, notfalls gleich ins Wasser zu springen! Das läuft rasend schnell ab, ohne dass unser Bewusstsein daran beteiligt ist. Und es ist sehr erfolgreich darin.

Aber — und da ist ein großes Aber! Unsere Amygdala ist nicht im Stande zu erkennen, ob etwas gut ist für uns oder gefährlich. Ob es eine gute "Ich bin außerhalb meiner Komfortzone"-Situation ist oder eine bedrohliche. Somit versucht sie, sie allesamt zu vermeiden.

Angst ist die Hauptursache dafür, dass wir das Potenzial, das in uns steckt, nicht ausleben.

Mehr als genug Gründe also, über Angst zu reden! Dabei ist der letztgenannte Punkt der für mich wichtigste, denn ihm begegnen wir mit Abstand am häufgigsten.

4. Angst im Körper

Um Angst besser verstehen zu können, ist die Kenntnis der körperlichen Vorgänge und Abläufe hilfreich. Werfen wir zunächst einen Blick hierauf.

4.1. Symptome

Zittern

Wenn sich das Gefühl der Angst regt, ist das ein Signal, dass etwas (mindestens) Herausforderndes bevorsteht. Der Körper macht sich auf vielfältige Weise bereit, der Herausforderung zu begegnen, indem er alle dafür notwendigen Resourcen bereit stellt und interne Schalter umlegt. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort, wonach Angst Flügel verleiht. Je nach Stärke der Emotion Angst äußert sie sich körperlich auf vielfältige Weise:

  • Sinneswahrnehmungen verstärken sich (vor allem die Pupillen weiten sich)

  • Tunnelblick

  • Aufmerksamkeit steigt und Nervosität (Erregtheit) breitet sich aus

  • Stresshormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol werden freigesetzt

  • Herzfrequenz steigt

  • Blutdruck steigt

  • Blutgefäße verengen sich

  • Muskeln werden besser durchblutet

  • Blut verdickt sich (als Vorbereitung auf potenzielle Verletzungen)

  • Atmung wird schneller, dadurch kann mehr Sauerstoff in die Muskeln geführt werden

  • Verdauung und Libido werden gehemmt, was Energie spart

  • Blutzucker steigt

  • Körpertemperatur steigt

  • Kalter Schweiß tritt aus

  • Zittern

Angst verändert aber auch unsere psychische Verfasstheit, indem sie den Blutfluss im Gehirn verändert. Der Frontallappen, der u.a. für die Planung und Ausführung komplexer kognitiver Verhaltensweisen verantwortlich ist, wird weniger versorgt.

Dadurch wird man schlicht weniger intelligent. Es ist nicht ungewöhnlich, dass wir wirklich armselige Entscheidungen treffen, wenn wir "unter Strom" stehen. Andererseits ist es entscheidend, dass wir in einer Extremsituation schnell ins Handeln kommen — und dann Entscheidungen eher "aus dem Bauch" heraus und dafür schnell und ohne großes Abwägen treffen.

4.2. Mechanismus der Angst

Sehen wir uns an, wie eine klassische Angstsituation schematisch im Körper abläuft.

Wir sind sehr gewohnt zu glauben, dass Bewusstsein und Intellekt die wesentlich Verantwortlichen für unser Handeln sind. Bewusstsein und Intellekt sind aber zum einen Errungenschaften, die entwicklungsgeschichtlich erst recht spät auf den Plan getreten sind. Zum anderen sind sie vergleichsweise langsam, wenn man die Zeit vom Reiz bis zum zugehörigen Handeln betrachtet.

Damit Menschen in einer Gefahrensituation schnell reagieren können, ist es aber wichtig, dass die Verarbeitung von Reizen im Körper blitzschnell funktioniert.

Bevor wir eine Situation (bewusst) wahrnehmen und dann beurteilen, hat bereits eine umfangreiche Verarbeitung im Körper stattgefunden.

weberknecht comic

Stellen wir uns vor, dass eine Person einen Weberknecht sieht, ein langbeiniges Spinnentier. Der visuelle Kortex, der sich hinten im Gehirn befindet und das Sehen ermöglicht, sendet die Informationen direkt an die Amygdala. Als Bestandteil des Limbischen Systems ist die Amygdala für die emotionale Bewertung der Situation verantwortlich -– sie steuert also die Angst. Die Amygdala ist nicht besonders feinsinnig — sie erkennt "Spinne" und schickt die Botschaft „Alarm“ an den Locus coeruleus, der sich im Hirnstamm befindet. Das kleine Kerngebiet veranlasst sofort die Adrenalinfreisetzung –- wodurch dem Körper Zugriff auf seine volle Leistungsfähigkeit ermöglicht wird.

Dann kommt es zur Angstreaktion (die eher ein Reflex ist). Sie kann in drei unterschiedliche Verhaltensalternativen münden:

  • Flight (Flucht)

  • Fight (Kampf)

  • Freeze (Erstarrung)

Fight Flight Freeze

Dieser gesamte Vorgang dauert ganze 12 Millisekunden!

Erst jetzt erhält der Kortex, der unter anderem für die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen zuständig ist, die Informationen. Er tauscht sich mit dem Hippocampus aus, der die Erinnerung verwaltet. Der Hippocampus kann dem Kortex dann die Rückmeldung geben, dass es sich lediglich um einen Weberknecht und nicht um eine giftige Spinne handelt. Nun beruhigt der Kortex die Amygdala und die Angstreaktion lässt nach.

Die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen erfolgt also immer zweigleisig — zum einen über das Limbische System mit der Amygdala im Zentrum und zum anderen über den Kortex. Dass der erste Weg der deutlich schnellere ist, erlebe ich fast täglich: wenn meine Frau sich umdreht und ich einfach nur dastehe, was sie aber nicht erwartet hat. Zuerst erschrickt sie sich fast zu Tode, zieht dann aber ihren Kortex zu Rate, der ihr Entwarnung signalisiert: "Ist nur dein Mann". Danach muss erst das Adrenalin wieder abgebaut werden.

Diese Zweigleisigkeit spiegelt den Dualismus Bewusstsein/Unterbewusstsein oder Geist/Körper wieder. Beim Mechanismus der Angst wird die Vorherrschaft des Unterbewusstseins über den Intellekt deutlich.

Bewusstsein Unterbewusstsein

5. Spannbreite von Angst

Kaum eine andere menschliche Emotion hat eine solche Vielzahl von Erscheinungsformen und wird so kontrovers bewertet wie die Angst. Das zeigt sich an den vielen verwandten Begriffen: Panik, Phobie, Horror, Entsetzen, Grauen, Furcht, Schrecken, Beklemmung, Hilflosigkeit, Besorgnis und andere mehr.

Angst die 7 Stufen der Angst 800x676

Es gibt also eine beachtliche Bandbreite bei der Intensität von Angst — von lähmend bis allenfalls lästig. Bei einigen gilt uneingeschränkt "I want you to take over control" — bei anderen definitiv eher "I want you to disappear".

Es gibt aber keinen objektiven Maßstab für Angst. Je nach Charakter des Betroffenen und seiner Übung im Umgang damit kann ein und derselbe Umstand von einem als lähmend von jemand anderem dagegen als reizvoll oder gar motivierend erfahren werden.

Angst tritt uns also gar nicht immer spektakulär in Form lähmender Panik gegenüber. Die weitaus meisten Gelegenheiten, bei denen die Amygdala unser Handeln bestimmt, kommen viel unscheinbarer daher.

Einige der oben aufgeführten Begriffe würden wir nicht unbedingt mit Angst in Verbindung bringen. Entscheidend ist aber, dass bei der Verarbeitung aller dieser Emotionen dasselbe Muster abläuft — insbesondere ist bei ihrer Verarbeitung die Amygdala beteiligt, die erst einmal die Kontrolle übernimmt, bis wir sie zurückerobern.

5.1. Die "großen" Ängste

Säbelzahntiger groß

Ich unterteile in "große" und ""kleine" Ängste, weil zwischen beiden Kategorien ein erheblicher qualitativer Unterschied besteht und sie eine durchaus unterschiedliche Reaktion erfordern.

5.1.1. Panik

Panik ist ein Zustand intensiver Angst vor einer tatsächlichen oder angenommenen Bedrohung. Sie ist eine starke Stressreaktion des Organismus auf eine oft unerwartete und erschreckende Situation und geht einher mit vielfältigen vegetativen, körperlichen und psychischen Symptomen. Dabei kann es unter Umständen zu einer Einschränkung der höheren menschlichen Fähigkeiten kommen.

Beispiel

Polo-Neuling kentert, kommt nicht nach oben, bekommt die Spritzdecke nicht auf und fängt an, unter Wasser panisch um sich zu schlagen und zu schreien.

5.1.2. Lähmende Angst

Wenn wir uns vor Angst gelähmt fühlen, fällt es uns schwer, uns zu bewegen, klar zu denken und Wege zu finden, mit unserer Angst umzugehen . Wenn wir uns auf diese Weise abschotten, liegt das daran, dass unsere Kampf-Flucht-Erstarrungsreaktion eingesetzt hat, unsere normalen Instinkte, die uns vor Gefahren schützen sollen.

Beispiel

Flensburger Förde — unterwegs von Langballigau nach Habernis. Unterwegs frischt der Wind auf fünf Beaufort auf. Er kommt genau von hinten, dadurch schieben die Wellen und bringen das Boot aus dem Kurs. Der Betroffene hat große Angst davor zu kentern. Er ist total überfordert und paralysiert, so dass er keine Maßnahmen ergreifen kann, das Boot auf Kurs zu halten.

5.1.3. Panikattacke

Eine Panikattacke ist eine kurze Phase extremen Leids, extremer Angst oder Furcht, welche plötzlich einsetzt und von körperlichen und/oder emotionalen Symptomen begleitet wird.

Den einen Auslöser für eine Panikattacke gibt es nicht. Panikattacken können in Momenten der Unsicherheit auftreten – etwa auf dem Weg zu einer Prüfung oder einer wichtigen Präsentation, der du dich nicht ganz gewachsen fühlst. Auch bestimmte Orte oder Situationen können eine Panikattacke auslösen, wie große Menschenmengen, allein weit weg von zu Hause zu reisen oder in einem Flugzeug, einem Fahrstuhl oder einem sehr vollen Kaufhaus zu sein. Eine Panikattacke kann aber auch „einfach so“ abends auf dem Sofa auftreten. Häufig bricht die Angst sich auch Bahn, wenn wir schon länger gestresst sind oder uns ungelöste Konflikte belasten.

5.2. Die "kleinen" Ängste

Säbelzahntiger

Angst wird gemeinhin immer zwingend mit Bedrohung assoziiert ("Säbelzahntiger" springt aus dem Gebüsch). Aber neben diesem großen Geschütz gibt es auch weniger existentielle Kriterien, die unser Limbisches System triggern. In den meisten Alltagssituationen sind sie diejenigen, die die Amygdala auf den Plan rufen. Dazu zählen ganz vorne:

  • Ungewissheit

  • Erregen von Aufmerksamkeit

  • Anstrengung

  • Veränderung

Dies könnten Elemente einer für uns "unangenehmen" Situation sein. Aber genauso gut beschreiben sie Gelegenheiten, aus denen wir lernen und an denen wir wachsen können.

Die meisten herausfordernden Situationen haben viel mit Ungewissheit, Erregen von Aufmerksamkeit, Anstrengung oder Veränderung zu tun. Wenn diese Elemente vorhanden sind, ist unser Emotionsverarbeitungssystem involviert und bereit, in uns das Gefühl von Stress und Angst zu erzeugen. Es wird immer geneigt sein, den leichten Weg dem schweren vorzuziehen, den sicheren gegen den riskanten, bei dem zu bleiben, was wir gut können, statt etwas neues zu wagen. Es möchte Komfort, nicht Kampf, es möchte im sicheren Zoo bleiben — und nicht in den bedrohlichen Dschungel treten.

Dieser Ansatz hält uns sicher, wenn unser Leben in Gefahr ist, aber wenn es darum geht zu lernen und zu wachsen, ist er nicht gut geeignet.

Er ist der Grund, warum wir in der Klasse hinten sitzen wollen: in einer neuen Umgebung, die eine Menge Ungewissheit mit sich bringt, neigen wir dazu, uns die Sache erst einmal aus sicherem Abstand anzusehen.

Er ist der Grund, warum wir zögern, bei einem Vortrag eine Frage zu stellen: Alle drehen sich zu mir um — ich bin im Zentrum der Aufmerksamkeit. Es besteht eine große Ungewissheit darüber, ob meine Frage nicht die falsche ist und ich ab dann der Depp bin.

Blamage

Er ist der Grund dafür, dass wir prokrastinieren. Dass wir, wenn wir eine Aufgabe in zwei Wochen abzuliefern haben, sie erst am Abend vorher angehen: jeden Tag sind wir mit der Entscheidung konfrontiert, uns hinzusetzen und zu arbeiten — oder Netflix zu gucken.

Offensichtlich erfordert eine der beiden Entscheidungen mehr und die andere weniger Anstrengung — unser Unterbewusstsein wird immer den Weg des geringsten Widerstandes wählen. Üblicherweise, wenn wir uns unserem Unterbewusstsein ergeben haben, führen wir zwingende Begründungen an, warum wir das Einfachere tun — und nicht das Vernünftigere.

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Unser Unterbewusstsein will die schnelle, die einfache, die sichere Lösung — und es will sie jetzt! Es sucht nach Komfort und sofortiger Befriedigung, vermeidet Herausforderungen und Hindernisse, Probleme und Veränderungen.

Wir sind jeden Tag mit der Wahl konfrontiert, ob wir im Zoo bleiben oder in den Dschungel treten wollen. Wenn uns Herausforderungen, Hindernisse, Probleme oder Veränderungen begegnen, haben wir die Wahl: wir können sie als Gelegenheit ansehen, uns ihnen stellen und damit in den Dschungel treten. Oder wir können uns im Zoo verstecken und innerhalb unser Komfortzone bleiben.

Meistens wählen wir den Zoo. Das bedeutet nichts anderes, als dass unsere Ängstlichkeit uns jeden einzelnen Tag um Erfahrungen und Gelegenheiten bringt, die uns helfen könnten zu wachsen und besser zu werden.

6. Angst erkennen

Nicht immer sind die Symptome bei einer Person, die Angst empfindet, deutlich erkennbar und eindeutig zuzuordnen.

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Die offensichtliche absolute Paniksituation, bei der der Betroffene unmittelbar erkennbar überfordert und auch die Ursache klar erkennbar ist, braucht keine besondere Achtsamkeit, um erkannt zu werden.

Am schwierigsten kann das Erfassen der Situation bei einer sogenannten stillen Panikattacke sein, bei der der Betroffene keine der klassischen "panischen" Reaktionen zeigt. Die Person ist dabei nicht ungewöhnlich auffällig, steht aber unter einer starken emotionalen Belastung, die sich häufig dadurch äußert, dass sie gereizt reagiert, verwirrt oder abwesend wirkt, oder kaum ansprechbar ist.

Um die dazwischen liegenden Nuancen zu erkennen, ist es von elementarer Wichtigkeit — insbesondere für explizit in der Verantwortung stehende Personen — seine Mitpaddler ständig "im Auge" zu behalten und auf Hinweise versteckter Angst zu beobachten. Dazu bedarf es ständiger Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Das ist besonders wichtig in Situationen, die schon von sich aus angst- oder wenigstens respekteinflößend wirken. Aber auch ohne, dass man selbst die Situation als fordernd ansieht, muss man immer darauf gefasst sein, dass Mitglieder der Gruppe das anders empfinden.

Es ist aber nicht nur eine besondere Achtsamkeit notwendig, um den "Alert-Level" der Mitpaddler zu erfahren, sondern auch die ehrliche Bereitschaft, ihn wirklich erfahren zu wollen.

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Wegen der angesprochenen Stigmatisierung der Angst besteht grundsätzlich die Neigung, emotionale Beklemmungen zu leugnen oder herunterzuspielen. Das kommt sehr häufig zum Tragen, wenn eine erkennbar herausfordernde Unternehmung bewerkstelligt werden muss, und die Einschätzung der Teilnehmer "abgefragt" wird. Eine explizite Abfrage findet häufig gar nicht statt, weil die Teilnehmer der Tour ja grundsätzlich zugestimmt haben — also müssen sie auch damit einverstanden sein, genau diese Querung genau jetzt bei genau diesen Bedingungen zu machen. Oder die Abfrage wird so gestellt, dass eine Ablehnung entweder einer Bloßstellung gleich kommt, oder man einem Einzelnen die Verantwortung für eine ungeliebte Variante oder gar den Abbruch der Unternehmung aufbürdet.

Fragen nach dem Empfinden müssen daher immer ohne Druck gestellt werden. Am besten man bietet gleich eine Alternative, die ohne Gesichtsverlust gewählt werden kann. Der Fahrtenleiter muss am Ende die Entscheidung und die Verantwortung übernehmen, ohne dass der Eindruck entsteht, ein Einzelner diktiert den anderen den Tourverlauf.

Emotionskompass

Beim Paddeln in anspruchsvollen Bedingungen beobachte ich meine Mitpaddler ständig oder verwickle sie in belanglose Gespräche, um zu erkennen, in welchem Maß das Stress- und Risiko-Vermeidungszentrums die Kontrolle übernommen hat. Wenn der Blick starr wird, der Paddelstil flacher, um Vortrieb gegen Stützwirkung einzutauschen, wenn auf Fragen verzögert oder unwillig reagiert wird, dann läuft bei demjenigen bereits ein anderer Modus, so dass ich entsprechend mit ihm umgehen muss.

Natürlich kann man seine Mitpaddler auch direkt nach ihrem Befinden befragen. Man muss ich aber darüber im Klaren sein, dass die Antwort möglicherweise geschönt und nicht ehrlich ist. In Zweifelsfällen muss man daher die Höhe des emotionalen Belastungsgrades selbst einschätzen.

7. Mit der Angst umgehen

Es gibt unzählige Angebote, mit Angststörungen umzugehen. Aber leider kaum Hinweise, wie man mit einer konkreten Angstsituation umgeht.

Ich möchte unterscheiden, was man in einer einzelnen, konkreten Situation tun kann, und was man grundsätzlich und systematisch unternehmen kann, um robuster und resilienter gegen solche Situationen zu werden.

7.1. In der konkreten Situation

7.1.1. Große Ängste

In einer Paniksituation oder bei einer Lähmung verliert der Akteur die Selbstbeherrschung und damit die Beherrschung der Situation, was bei einer akuten realen Gefährdung höchst bedrohlich werden kann. Hier kann der Betroffene naturgemäß nicht wirklich reagieren, außer versuchen, ruhig zu bleiben und ruhig zu atmen. Als Begleiter muss man unbedingt versuchen, die unmittelbare Gefährdung zu beseitigen. In zweiter Priorität kann man versuchen, die betroffene Person zu beruhigen.

Bei einer Panikattacke ist das Leben nicht in Gefahr — auch wenn es sich für den Betroffenen anders anfühlt. Sie ist im Grunde harmlos und geht vorüber. Oft klingt sie nach wenigen Minuten ab, selten dauert sie mehr als 30 Minuten. Daher ist es für den Betroffenen wie für den Begleiter hilfreich, die Situation als Panikattacke zu erkennen und sich klar zu machen, dass sie wieder vergeht.

Es ist dagegen aussichtslos, in so einer Situation den Betroffenen zu irgendetwas drängen zu wollen.

Helfen kann in beiden Situationen folgendes

  • Bleib ruhig: Deine eigene Gelassenheit kann helfen, die Situation zu entschärfen.

  • Sprich beruhigend: Verwende eine sanfte Stimme und versichere der Person, dass sie in Sicherheit ist, und dass die Attacke vorübergehen wird.

  • Biete einen sicheren Raum an: Wenn möglich, führe die Person an einen ruhigeren Ort, wo sie sich entspannen kann.

  • Hilf beim Atmen: Ermutige die Person, langsam und tief zu atmen. Du kannst auch mit ihr zusammen atmen, um ihr zu helfen, sich zu beruhigen.

  • Vermeide Überforderung: Stelle keine Fragen oder fordere die Person nicht auf, ihre Gefühle sofort zu erklären. Gib ihr Zeit und Raum.

7.1.2. Kleine Ängste

Hier gibt es zwei Aspekte: Was kann ich selbst für mich tun, wenn ich eine Beklommenheit spüre — und was kann (und muss) man als (Quasi-)Fahrtenleiter für solch einen Mitpaddler tun. Wir werden sehen, dass zwischen beiden Aspekten eigentlich kein großartiger Unterschied besteht.

ZweiPersonen

Entscheidend ist, dass ich als Begleiter erkenne, dass bei meinem Mitpaddler niedere Hirnschichten anfangen, das Kommando zu übernehmen. Dafür bedarf es entweder bewusster Achtsamkeit — und einiger Übung — oder die Mitpaddler müssen den Schneid und das Vertrauen haben, ihre Beklemmungen zu äußern. Dazu ist es notwendig, dass in der Gruppe ein Klima herrscht, das so eine Äußerung zulässt.

Habe ich eine solche Situation erkannt, ist es meine Pflicht, mich dieser Person anzunehmen und sie in erster Linie zu beruhigen. Das Beruhigen erfolgt ganz unspektakulär:

  • Einfach da sein und neben der Person paddeln.

  • Einfach selbst entspannt und gelassen sein.

  • Positivität ausstrahlen.

  • Das ungemein schöne Wetter loben!

  • Anerkennung aussprechen, dass die Person sehr gut mit der Situation umgeht.

  • Eine unverfängliche Unterhaltung anfangen.

  • Wenn immer möglich, einen Weg suchen, der die Belastung veringert (anderen Kurs fahren, näher an Land fahren, geschütztere Bereiche aufsuchen).

Wenn ich mit mir alleine bin, ist die Situation nicht viel anders.

Wir hatten vorhin die Vorherrschaft des Unterbewussten über den Intellekt erkannt. Man kann sich das Verhältnis zwischen beiden als eine Kombination aus einem Pferd und seinem Reiter vorstellen. Das Pferd ist vielleicht nicht besonders schlau — aber im Grunde ist es doch dasjenige, das bestimmt, wohin die Reise geht. Es ist längst zur Seite gesprungen, bevor der Reiter die Klapperschlange überhaupt wahrgenommen hat. Der Reiter kann sein Ziel selten ohne und nie gegen das Pferd erreichen. Wenn der Reiter es versteht, das Pferd behutsam zu lenken und sein Vertrauen zu gewinnen, können sie gemeinsam Ziele erreichen, die keiner der beiden sich einzeln zugetraut hätte.

RuhigBrauner

Damit haben wir wieder die Situation wie vorhin: da gab es den Fahrtenleiter und den panischen Paddler — hier gibt es den überlegenen Reiter und das scheuende Pferd. Die Aufgabe bleibt diegleiche, Kümmern und Beruhigen: "Ruhig, Brauner! Du machst das sehr gut! Zusammen schaffen wir das! Guck mal, bis zur grünen Wiese ist es gar nicht mehr weit!"

7.1.3. Techniken zur Angstbewältigung

Hier sind einige simple Techniken aufgeführt, die in einer konkreten Stresssituation hilfreich sein können — egal ob der Fahrtenleiter den panischen Paddler beruhigen möchte oder der Reiter das Pferd.

Atmung

Wenn die Angst größer wird, atmen wir automatisch flacher und schneller – dadurch entsteht das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen. Die 4-7-8-Atmung hilft dir, dich während einer Panikattacke wieder zu beruhigen: Atme langsam durch die Nase ein, zähle dabei bis vier. Halte den Atem an, zähle dabei bis sieben. Atme kräftig durch den Mund aus, zähle dabei bis acht. Wiederhole die Übung so lange, bis du dich etwas beruhigt hast.

Ablenkung

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, den Fokus von den ängstlichen Gedanken weg zu ĺenken. Einfache Mittel dazu sind Singen oder Zählen. Man kann etwa rückwärts zählen oder jede Zahl doppelt aufsagen: „Eins, eins, zwei, zwei, drei, drei, …“

Visualisierung

Visualisierung kann auf verschiedene Weisen helfen. Eine Methode besteht darin, sich statt dem Worst-Case-Szenario einer Situation, die Angst macht, das Gegenteil vorzustellen: Man schließt die Augen und stellt sich ganz genau vor, wie die Situation im besten Fall ablaufen soll, vom Beginn bis zum Ende. Mit ziemlicher Sicherheit muss man die Gedanken an das Worst-Case-Szenario dabei immer wieder neu beiseiteschieben. Während der Visualisierung des Best-Case-Szenarios achtet man zusätzlich darauf, welche positiven Gefühle man in dieser Situation wohl verspürt. Was hört, riecht, schmeckt man vielleicht auch? Wenn man gedanklich und mit allen Sinnen so in das Geschehen eintaucht, beurteilt das Gehirn die Situation als wahr. Als Folge verknüpft es mit der Situation, vor der man ursprünglich Angst hatte, nun etwas Positives. Wie so oft gilt auch hier: Je öfter man diese Übung macht, desto mehr hilft sie, positive statt negative Verknüpfungen herzustellen. Visualisierung kann aber zum Beispiel auch bedeuten, sich die Angst als Wesen vorzustellen. So kann man mit der Angst reden, ihr etwa „Stopp!“ sagen. Außerdem kann die Angst eine lustige Gestalt annehmen, was sie weniger bedrohlich erscheinen lässt.

Affirmationen

Affirmationen sind grundsätzlich positive Aussagen, die man zum Beispiel verwenden kann, um gegen negative Glaubenssätze anzugehen – oder eben auch gegen angstvolle Gedanken. Dafür wiederholt man diese positiven Aussagen immer wieder (laut oder in Gedanken), um die darin vermittelte Botschaft und somit einen positiven Glaubenssatz im eigenen Bewusstsein zu festigen. Bei aufkommenden Angstgefühlen verleiht der gefestigte positive Glaubenssatz, der den angstvollen Gedanken widerspricht, wieder mehr Sicherheit und erhält die Handlungsfähigkeit. Wenn man etwa Angst vor Veränderungen hat, könnte eine Affirmation so lauten: „Ich freue mich darauf, heute etwas Neues zu lernen.“ Man muss jedoch beachten, dass eine Affirmation zunächst eine Phase des Wiederholens braucht, bevor daraus tatsächlich ein positiver Glaubenssatz entsteht, der gegen die Angst hilft.

Pausen

Die letzte Beruhigungsmethode ist gleichzeitig die leichteste: einfach mal Pause machen. Pausen geben neue Kraft, auch für den Umgang mit der Angst.

7.2. Systematische Begegnung mit der Angst

Bei der systematische Begegnung von Angst geht es darum, vielleicht nicht jedes Mal von derselben Situation übermannt zu werden, um sie dann mühselig wegatmen zu müssen.

Umgang mit Angst

Für Paniksituationen gilt, dass das bewusste Aushalten dieser Erfahrung, inklusive des schlussendlichen Abklingens der Symptome, hilft, das Vertrauen in den eigenen Körper zu erhöhen bzw. wiederzugewinnen. In jedem Fall sollte auf Vermeidungsstrategien verzichtet werden, dergestalt dass bestimmte Orte oder Situationen gemieden werden, die in der Vergangenheit mit Panikerfahrungen verbunden waren. Es gehört zur Selbsterkenntnis und Selbstdisziplin der verantwortungsfähigen Persönlichkeit, die Lebenssituationen zu akzeptieren, die nachweislich das eigene Leistungsvermögen übersteigen, um panische Ausfälle zu vermeiden. Der Umgang mit Gefahrensituationen ist jedoch grundsätzlich erlernbar und lernpflichtig.

7.2.1. Reframing

Ein verständlicher Wunsch ist, dass man es irgendwann schafft, keine Angst mehr zu haben. Wenn man aber versucht, die Angst zu bekämpfen, zu besiegen, zu negieren — wird man scheitern! Das kann nicht funktionieren, weil die körperlichen Abläufe aus Chemie und Elektrizität nicht geändert werden können.

FunktioniertNicht

Es kann also nicht das Ziel sein, die Angst los zu werden. Das Ziel muss es sein, mit ihr zu leben und umzugehen, ihr den richtigen Platz zuzuweisen. Sie zu nutzen, anstatt sie unser Verhalten diktieren zu lassen.

Marathonläufer trainieren auch nicht, die Müdigkeit loszuwerden — sie trainieren, mit der Müdigkeit besser laufen zu können!

Was man tun kann, ist, einen neuen Blick auf die Angst zu versuchen. Das nennt man Reframing. Man kann sich vorstellen, dass Angst eine Art Kompass darstellt, eine Signalleuchte, die anzeigt, dass einem etwas bevorsteht, dass man im Begriff ist, etwas mutiges, etwas großes zu tun. Die vom Unterbewusstsein vorgeschlagene, "natürliche", die "sichere" Reaktion ist immer ein Ausweichen, ein Vermeiden.

Wir können unserem Unterbewusstsein, dem Pferd, danken, das es uns darauf aufmerksam gemacht hat. Und dann können wir, als Reiter, nach unserer eigenen Entscheidung damit umgehen und die Richtung vorgeben. Das kann durchaus auch mal die Richtung sein, in die das Pferd eh wollte.

Wenn wir in seine Situation kommen, die uns die Gelegenheit bietet zu lernen und zu wachsen, sollten wir das Gegenteil von dem tun, wozu uns das Unterbewusstsein rät. Wir können dabei sehr gut beurteilen, was wir unserem Pferd zumuten können. Sollten wir uns hier verschätzen, werden wir es sowieso auch nicht mit Einsatz von Gerte und Sporen schaffen, das Pferd in eine Richtung zu drängen, in die es nicht gehen kann.

Mit Abstand betrachtet, macht es Sinn, wo immer möglich, gegen das Unterbewusstsein zu handeln. Es ist schließlich so konditioniert, dass es uns innerhalb unser Komfortzone hält. Wenn wir uns daraus entfernen, wird unser Limbisches System Tango tanzen! Aber genau das ist eben das Zeichen, dass wir in dem Bereich sind, in dem wir lernen und wachsen können — und wenn man wachsen will, muss man den Wachstumsschmerz aushalten!

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Es gibt eine Willkommensrede an die Angst von Elizabeth Gilbert:

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Liebste Angst!

Meine Kreativität und ich sind im Begriff, eine Reise zu machen.
Ich weiß, dass du uns begleiten wirst, weil du das immer tust.
Ich erkenne an, dass du glaubst, eine wichtige Aufgabe in meinem Leben zu haben,
und du nimmst deine Aufgabe ernst.

Anscheinend ist es deine Aufgabe, mich in völlige Panik zu versetzen,
wenn ich im Begriff bin, etwas Interessantes zu tun.
Und ich darf sagen, dass du in deiner Aufgabe hervorragend bist.
Also mach auf jeden Fall weiter, wenn du meinst, dass du das musst.

Aber ich werde auf dieser Reise auch meine Aufgabe erfüllen,
nämlich hart zu arbeiten und konzentriert zu bleiben.
Es ist genug Platz im Minivan für uns alle, also fühl dich wie zu Hause.

Aber bitte versteh folgendes:

Die Kreativität und ich sind die Einzigen,
die auf dem Weg dorthin Entscheidungen treffen werden!

Ich erkenne und respektiere, dass du Teil dieser Familie bist.
Ich werde dich niemals von meinen Aktivitäten ausschließen,
aber dennoch werden deine Vorschläge nicht befolgt.

Du darfst einen Sitzplatz haben, du darfst mitreden,
aber du darfst nicht mitbestimmen.
Du darfst die Straßenkarten nicht anfassen, du darfst keine Umwege vorschlagen.
Du darfst nicht an der Temperatur herumfummeln -
du darfst nicht einmal die verdammten Snacks auswählen!

Aber vor allem, mein lieber, alter, vertrauter Freund,
du darfst auf keinen Fall lenken!

Und so machen wir uns gemeinsam auf den Weg:
ich und die Kreativität und die Angst,
Seite an Seite an Seite,
für immer und ewig,
in das erschreckende, aber wunderbare Terrain des unbekannten Ausgangs.
— Liebste Angst
Elizabeth Gilbert (Übersetzung: M.Weber mit freundlicher Unterstützung von DeepL)

Wenn die Angst am Steuer sitzt, sieht sie alle Hindernisse, Probleme und Gefährdungen, denen wir begegnen, identifiziert sie als Bedrohung und findet einen Weg drumrum. Wenn wir die Angst auf den Rücksitz verbannt haben, uns für ihre Warnungen bedanken und die Situationen selbst beurteilen, können wir erkennen, dass die meisten von ihnen Chancen sind.

Das ist das Prinzip des Reframing — man stellt das Phänomen einfach in einen neuen Kontext, der besagt, dass Angst schlicht normal ist. Das hilft einem, grundsätzlich anders mit ihr umzugehen und unerwartete und unbekannte Situationen besser zu meistern.

7.2.2. Bekannte Angstauslöser

Wir alle kennen Themen, denen wir systematisch ausweichen. Dabei gibt es Dinge, von denen wir uns sicher sind, dass sie jenseits unserer Fähigkeiten liegen, aber auch solche, von denen wir wissen, dass wir sie bewältigen könnten — und auch solche, die wir eigentlich angehen müssten. Aber das Angehen kostet eben immer Überwindung und Mühe — und es ist unangenehm. Ausweichen ist dagegen bequem und sicher.

MausUndKatze

Der beste Weg, hier weiterzukommen, ist, seine Angst zu verstehen. Die Kenntnis, das Verständnis, das genaue Hinsehen, wovor man Angst hat und warum, sind ein guter Weg, der Angst die Kontrolle über unser Verhalten zu nehmen.

Schritt eins ist also zu akzeptieren, dass Blockaden oder Hemmungen da sind. Ich meine nicht technische Hemmungen, dass man bspw. die Rolle technisch nicht hinbekommt — ich meine emotionale Hemmungen, dass man z.B. unter Wasser "unentspannt" ist.

Schritt zwei ist zu erkennen, dass man sich den Hemmnissen nicht ergeben muss. Ein Weg, die Entscheidung zu erleichtern, ein erkanntes Hemmnis anzugehen, ist es, Techniken in kontrollierten Bedingungen gewissenhaft zu üben. Das baut Selbstvertrauen auf. Entscheidend ist, dass man in Bedingungen übt, in denen man sich sicher fühlt — und es dort dann herausfordernd macht. Auf diesem Weg kann man in aller Regel ein Hemmnis allmählich aus dem Wege räumen oder zumindest verkleinern.

Schnitzelgrube

Die Überwindung der Angst "an sich" ist aber nicht möglich. Aber man kann es schaffen, dass man Situationen, denen man früher mit großen Augen, trockener Kehle und kribbelnden Füßen gegenüberstand, nicht nur problemlos meistert, sondern sogar Spaß an ihnen hat. Das einfachste Beispiel dafür sind hohe Wellen von hinten! So gut wir im Umgang mit hohen Wellen von hinten auch werden — es wird immer noch welche geben, die uns große Augen, eine trockene Kehle und kribbelnde Füße machen werden!

WelleVonHinten

Aber mit jedem Thema, dass wir der Kontrolle der Angst abgetrotzt haben, sind wir gewachsen und haben den Bereich unserer Entfaltungsmöglichkeiten vergrößert: wir haben mehr Leben gewonnen!

8. Überwundene Angst

Der Schlüssel dazu, dass wir belastenden Situationen nicht ausweichen sondern uns ihnen stellen und sie meistern, ist, dem Unterbewusstsein das Steuer nicht zu überlassen, sondern es auf den Rücksitz zu verweisen. Dort kann es als Radar für Herausforderungen agieren und wir seine ständigen Einmischungen als Ratschläge verstehen, denen man nicht blind folgt, sondern für eine bewusste Entscheidung mit berücksichtigt.

AngstAufRücksitz

Jede Meisterung einer belastenden Situationen erfüllt uns mit Stolz, Genugtuung und Zufriedenheit. Wenn wir uns darauf einlassen, werden wir überrascht sein, wieviel wir bewerkstelligen können — auch Dinge, die wir uns vorher gar nicht zugetraut hätten. Trotzdem wird es jedesmal Überwindung kosten, eine Herausforderung anzunehmen.

Wenn wir unsere Belastungsgrenze überschreiten, wird nicht nur das Stresshormon Adrenalin ausgeschüttet, sondern auch jede Menge Dopamin und Endorphin. Die beiden Neurotransmitter bringen uns bei hoher körperlicher Anstrengung wieder ins Gleichgewicht und lassen uns Extremsituationen leichter ertragen. Endorphine sind körpereigene Schmerzstiller, Dopamin ist für Euphorie- und Glücksgefühle verantwortlich.

Adrenalinkick

Das ist es, was am Adrenalinkick eigentlich süchtig macht: Das Gefühl, dass sich unmittelbar danach einstellt. Man hat seine Grenzen überwunden, sich der Herausforderung gestellt und man hat es geschafft! Wer das sprudelnde Glücksgefühl nach der alles einfordernden Anspannung einmal erlebt hat, sucht schon bald die nächste Herausforderung…​

Glück (Klick ins Bild)
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NieOhneHelm

Bitte nie ohne Helm klettern!

9. Zusammenfassung

Wir haben gesehen, dass Angst ein fester und unabdingbarer Bestandteil unseres täglichen Lebens — und damit auch unseres Sportes ist.

Wir haben die körperlichen Abläufe bei einer typischen Angstsituation beleuchtet und sind dabei auf das Limbische System gestoßen. Grob gesagt hat das Limbische System zwei Aufgaben:

  1. Erkennen von "kritischen" Situationen

  2. Blitzschnelle Reaktion zur Entschärfung der "kritischen" Situation

Leider sind für das Limbische System all die Situationen "kritisch", die uns aus unserer Komfortzone bringen.

Die Tatsache, dass das Limbische System sofort aktiv wird, wenn uns etwas Herausforderndes bevorsteht, ist gottgegeben und nicht zu vermeiden. Aber wir sind seiner Diktatur nicht schutzlos ergeben.

Angst wird dann vom Diktator zum Partner, wenn wir dem Limbische System in der Erfüllung seiner ersten Aufgabe vertrauen und — wann immer möglich — für die Erfüllung seiner zweiten Aufgabe unsere Kreativität und Phantasie beauftragen.

10. Material

11. Anmerkungen

Adrenanil-Ausstoß

Im Locus coeruleus (blauer Kern) wird das Noradrenalin produziert, welches wiederum den Sympathikus aktiviert − der Teil in deinem Gehirn, der für Stress verantwortlich ist. Durch die Aktivierung des Sympathikus wird wiederum das Mark der Nebennieren aktiviert, und dadurch kommt es dann schlussendlich zur Freisetzung von Adrenalin.

Furcht vs. Angst

Einige Autoren sprechen von Furcht, wenn der Auslöser erkennbar ist und von Angst, wenn der Auslöser für die handelnde Person nicht erkennbar oder allgemeiner Natur ist (z.B. Angst vor der politischen Situation). Ihre Erscheinungsformen sind jedoch nicht unterschiedlich.

Angst ist immer personell und somit ein Ich-Zustand. Weiterhin ist Angst immer auf einen Umstand bzw. Sachverhalt bezogen, welcher für das Individuum als bedrohlich erscheint. So kann man Angst vor einer bestimmten Person haben, aber auch vor ganzen Personengruppen. Es gibt Verlustängste, wobei die Bedrohung durch Armut, Tod, Scheidung oder Ähnlichen manifestiert wird.

Furcht und Angst werden oftmals gleichgesetzt. Doch Furcht ist eine Reaktion auf eine mögliche spezifische Bedrohung. Man kann zum Beispiel Furcht vor Spinnen, Hunden, den Mobbern in der Schule oder Ähnliches haben. Furcht ist somit spezifisch auf ein bestimmtes Ereignis, Umstand bzw. Bedrohung bezogen. Angst wiederum ist ein Gefühl, welches global und unspezifisch ist. Dies bedeutet, dass das Wort Angst ein Sammelbegriff für alle Befürchtungen ist.

Glossar

Hormone

Adrenalin

Das Stresshormon Adrenalin (Epinephrin) wird vor allem im Nebennierenmark gebildet. Es wird in Stresssituationen ins Blut ausgeschüttet und löst unterschiedliche Effekte an verschiedenen Organsystemen aus. So bewirkt es beispielsweise eine Steigerung von Blutdruck und Herzfrequenz, eine rasche Bereitstellung von Energie sowie eine Erweiterung der Pupillen

Noradrenalin

Wirkt ähnlich wie Adrenalin, fungiert aber im Wesentlichen als Neurotransmitter.

Cortisol

Cortisol ist dein eher langfristiges Stresshormon, was dafür sorgt, dass du auch über einen großen Zeitraum hinweg leistungsfähig bist. Cortisol wird ausgeschüttet, wenn die Anforderungen an deine Leistungsfähigkeit nicht nachlassen. Dein Gehirn signalisiert eine konstante Freisetzung von Glutamat, wodurch von Adrenalin auf Cortisol umgewechselt wird. Dieser Prozess läuft bereits nach 10−15 Minuten ab. Das Cortisol sorgt dafür, dass du auf eine lange Zeit vorbereitet wirst, in der du dich gewissermaßen im Ausnahmezustand befindest.

Dopamin

Glückshormon - wie Serotonin, bewirkt aber eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung

Endorphin

Körpereigenes Schmerzmittel, das im Gehirn produziert wird. Endorphine regulieren unter anderem das Schmerzempfinden, das Hungergefühl, die Produktion von Sexualhormonen und unsere Stimmung. Endorphine werden daher mitverantwortlich gemacht für die Entstehung von Euphorie. Wird aber nur in sehr hohen Leistungsbereichen in ausreichendem Maße produziert.

Serotonin

Glückshormon - wie Dopamin, wirkt auf die Stimmungslage. Es gibt das Gefühl der Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit.

Hirnareale

Amygdala

Die Amygdala ist wichtig für die Empfindung von Angst oder Furcht. Sie verarbeitet externe Impulse und leitet die vegetativen Reaktionen dazu ein. Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2004[2] belegen, dass die Amygdala bei der Wahrnehmung jeglicher Form von Erregung, also affekt- oder lustbetonter Empfindungen, unabdingbar und vielleicht am Sexualtrieb beteiligt ist.

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Hippocampus

Der Hippocampus ist die Schaltstelle zwischen dem Kurz- und dem Langzeitgedächtnis. Über diese Schaltstelle werden die Inhalte aus dem Kurzzeitgedächtnis – je nach Bedeutung – in das Langzeitgedächtnis übernommen, wo sie gespeichert und bei Bedarf wieder abgerufen werden können.

Hypothalamus

Der Hypothalamus ist die wichtigste Hirnregion für die Aufrechterhaltung des inneren Milieus (Synonym: Homöostase) und seiner Anpassung bei Belastungen des Organismus. Selbst geringste Störungen dieses relativ kleinen, äußerst bedeutsamen Zwischenhirnareals wirken sich auf die Lebensfähigkeit des Individuums aus. Das gesamte vegetative System hat unter anderem folgende Aufgaben:

  • Aufrechterhalten der Homöostase (Temperatur, Blutdruck, Osmolarität)

  • Regulation der Nahrungs- und Wasseraufnahme

  • Circadiane Rhythmik und Schlaf

  • Steuerung des Sexual- und Fortpflanzungsverhaltens (Sexualzentrum)

Limbisches System

Das Limbische System ist eine Gruppe von Strukturen im Gehirn, die für die Verarbeitung von Emotionen und für die Speicherung und Abrufung von Erinnerungen zuständig sind. Es beinhaltet Strukturen wie den Hippocampus, die Amygdala und den Hypothalamus. Es wird oft als das "emotionale Gehirn" bezeichnet.