Um viertel nach sieben puhle ich mich aus dem Schlafsack. Wir haben umdisponiert: Unsere Paddel-Wander-Aktion ist abgeschlossen, die Blaubeeren sind gepflückt, also ist hier in Norwegen alles erledigt. Wir wollen heute nach Capetown fahren und bei der Color-Line fragen, ob sie uns heute noch über den Tiefsund schippern kann, obwohl wir doch erst für morgen gebucht haben.
Kurz nach neun bugsiert Richard den Wagen den steilen Feldweg herunter
und ich ihn dann zur Küste. Ohne erkennbare Zwischenfälle erreichen wir
Capetown um halb zwölf. Wir könnten die Express-Fähre um
fünfzehn Uhr nehmen, dort würden wir einen Platz garantiert
bekommen. Wir lassen uns aber lieber auf die Warteliste für die normale
Fähre um 13
Uhr setzen und reihen uns als erstes Auto in Reihe
25 ein.
Richard bleibt beim Auto, um zu lesen, ich mache mich auf in die Stadt. Es ist eine sehr andere Welt hier, in der ich mir mit meiner Wanderhose und den ungeordneten Haaren etwas fremd unter all den schicken Menschen vorkomme. Ich erstehe in einem Buchladen 600 Gramm ``Effi Briest'' von Theodor Fontane für fünf Kronen pro hundert Gramm. Macht 30 Kronen.
Als ich vom Spaziergang zurückkomme und ich bei Reihe 25 einfinde -- ist sie völlig leer! Auf diesen Schrecken hin kaufe ich mir erst einmal ein Eis und suche die endlosen Reihen nach einem geeigneten Vehikel ab. Doch dank Richards auf das Dach geschnalltem Boot ist es schnell ausgemacht. Wir kommen also tatsächlich auf dieser Fähre mit. Dadurch gewinnen wir genau einen Tag.
Indem wir in den Bauch der ``Christian IV'' einfahren, endet eine wunderbare Geschichte in drei Teilen mit zwei Hauptdarstellern, drei Booten und einer Dauer von acht Jahren.
Mein ganzer Dank gilt Marie-Theres.